Heckenworkshop mit dem LPV Mittleres Erzgebirge

Mehr als 60 Interessierte, darunter Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Behörden und Naturparkführer folgten im November 2014 der Einladung des DVL-Landesverband Sachsen e.V., Landschaftspflegeverbandes „Mittleres Erzgebirge“ und des Naturparks „Erzgebirge/Vogtland“ zu einem Heckenworkshop in den Amtsgerichtssaal Königswalde, um über die Zukunft der Heckenlandschaft im mittleren Erzgebirge ins Gespräch zu kommen. Christina Kretschmar vom DVL-Landesverband Sachsen e.V. führte durch das Vormittagsprogramm, welches aus fünf Vorträgen bestand.

Über die Bedeutung dornstrauchreicher Hecken, insbesondere für die Vogelwelt, informierte Elmar Fuchs von der Ingenieursgruppe Chemnitz GbR. Der Biologe beobachtet die Vogelwelt im Naturraum Mittleres Erzgebirge seit mehr als 20 Jahren. Derzeit brüten mehr als 25 Vogelarten im Pöhlberggebiet, darunter geschützte Arten wie Neuntöter, Dorngrasmücke und Goldammer.

Wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind seiner Ansicht nach das regelmäßige Auslichten und „Auf den Stock setzen“ der Gehölze, um der bereits fortgeschrittenen Entwicklung zu Baumhecken entgegenzuwirken.

Diese naturschutzgerechte Heckenverjüngung wird vor allem von den Landschaftspflegeverbänden koordiniert. Viel Überzeugungsarbeit hat der LPV „Mittleres Erzgebirge“ in den vergangenen 20 Jahren geleistet, um Grundstückseigentümer, Bewirtschafter, Naturschützer aber auch die Öffentlichkeit vom Nutzen der Heckenpflege für die Landwirtschaft sowie für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu überzeugen.

Der bürokratische Aufwand für die Beantragung von EU-Fördermitteln für die Heckenpflege ist immens und wird laut Sirko Schwarzbach vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) auch in den kommenden Förderperioden nicht geringer werden. Antragsteller wie Landschaftspflegeverbände und Naturschutzeinrichtungen können über die RL NE Fördermittel für die Pflege bestehender Hecken- und Steinrücken bzw. für die Neuanlage von Hecken beantragen.

Über die Gewinnung und Vermehrung von Saatgut aus einheimischen Gehölzbeständen berichtete René Schubert vom Deutschen Verband für Landschaftspflege, die er in seinem Projekt „DiverGen“ koordiniert. Weil das Bundesnaturschutzgesetz die Verwendung gebietseigener Gehölze in der freien Landschaft ab März 2020 gesetzlich vorschreibt, beerntet u. a. der LPV „Mittleres Erzgebirge“ speziell dafür ausgewiesene Gehölzbestände, z. B. solche von Schlehe, Holunder, Kreuzdorn und Eberesche.

Aus dem Saatgut werden in zertifizierten Baumschulen Sämlinge herangezogen, die in einigen Jahren für die Anpflanzung neuer Hecken verwendet werden sollen.

An die Vortragsreihe schloss sich eine Feldrundfahrt um Mildenau, Königswalde und Geyersdorf an, bei welcher sich die Teilnehmer von den Heckenpflegemaßnahmen des LPV „Mittleres Erzgebirge“ überzeugen konnten.

Hier stehen die Vorträge des Workshops zum Download bereit: