Gewässer im Naturparkgebiet

Seit Jahrtausenden ist das Wasser ein prägendes Element der Gebirgswelt von Erzgebirge und Vogtland. Moore, Quelle, schroffe, steil eingeschnittene Täler der Gebirgsflüsse gestalten nachhaltig unsere Landschaft.

Überall in der Kammregion des Gebirges und am Beginn der Täler entspringen Quellen, die sich durch kristallklares, gleichbleibend kühles und nährstoffarmes Wasser auszeichnen. Nur wenige gut angepasste Pflanzen, wie Quellsternmiere und Quellmoos, haben hier günstige Lebensbedingungen. Die Zschopauquelle am Nordhang des Fichtelberges bei ca. 1120 m Höhe über NN ist eine der höchstgelegenen Quellen des sächsischen Erzgebirges. Die beiden Mulden - Zwickauer und Freiberger Mulde - entspringen in den Kammlagen des West- bzw. Osterzgebirges; beide bei etwa 800 m über NN. Die Quelle des größten Flusses des Vogtlandes, der Weißen Elster, liegt am Westhang des Kapellenberges und fließt zunächst durch das tschechische Territorium des Elstergebirges.

Einige dieser Gebirgsquellen sind durch ihre heilende Wirkung, die auf den Gehalt an wertvollen Mineralien beruht, besonders bekannt. So entwickelten sich im vergangenen Jahrhundert die Kurorte Bad Elster und Bad Brambach im oberen Vogtland und unmittelbar an der Grenze zum Naturpark das Thermalbad Wiesenbad im mittleren Erzgebirge.


Die Quellgebiete und Oberläufe der vogtländischen Bäche sind letzte Lebensräume der in ganz Europa vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel. Während sie bis zu Beginn unseres Jahrhunderts noch eine größere Gewässerstrecke im Vogtland besiedelte und ihre Perlen zu den Kostbarkeiten des sächsischen Adels gehörten, gibt es heute fast nur noch überalterte individuenarme Bestände dieser Tiere. Ihrer Erhaltung durch die Verbesserung der Wassergüte und Ausweisung großflächiger Schutzgebiete gilt die besondere Anstrengung des Naturschutzes.   

Autor: Dr. Thomas Brockhaus
Brockhaus, Thomas (1997): “Der Naturpark als Wasserspeicher” IN: Unser Naturpark Erzgebirge / Vogtland, Dresden